neue Beschneiung Betelberg – Lenk Bergbahnen

Beschneiung Betelberg: So funktionierts!

Das Jahr 2020 stand am Betelberg ganz im Zeichen der Bauarbeiten für den neuen Speichersee am Betelberg. Kaum waren die letzten Skifahrer weg, kamen schon die grossen Baumaschinen. Wo vorher eine Alpweide war, wurde der Aushub gross und grösser. Das Erdreich vom Aushub wurde gleich zum Stützdamm auf der Talseite.

Dank des schönen Sommerwetters sind die Arbeiten sehr speditiv vorwärts gegangen. Jürg Klopfenstein, der die internen und externen Teams koordiniert hat, ist auf jeden Fall zufrieden.
«Ja, wir hatten Glück, auf der ganzen Baustelle. Natürlich gab es auch bei uns den einen oder andern Kratzer, aber von ernsthaften Unfällen sind wir glücklicherweise verschont geblieben. Es lief wirklich sehr gut, nicht zuletzt auch wegen des schönen Wetters

 

«Wir wollen wissen, wie das funktioniert»

Möglichst viele Arbeiten wurden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lenk Bergbahnen selbst erledigt. Die Gussrohre, die Installation der Beschneiungsschächte und die Installation der gesamten Strominstallationen haben Mitarbeitende der LBB realisiert. Jürg Klopfenstein findet das wichtig: «Wir wollen im Winter im Betrieb dann wissen und verstehen, wie das ganze System funktioniert.»

Technischer Schnee wurde am Betelberg auch bis anhin schon produziert. Einfach in wesentlich kleinerem Umfang. Bis jetzt hat man das Wasser von der Simme über die Talstation Wallegg in die Leitungen gepumpt. Der untere Teil der Wallegg-Piste, ab dem Haslerberg, wird so schon länger beschneit.

Das reicht aber nicht aus, um das ganze Gebiet zu beschneien. Damit dann, wenn das Wetter mitspielt, schnell viel Schnee produziert werden kann, braucht es viel mehr Wasser. Das kann nicht schnell genug aus der Simme gepumpt werden. Deshalb braucht es oben am Berg einen Wasservorrat, der genau dann angezapft werden kann, wenn das Wetter stimmt. Richtig speditiv Schnee produzieren kann man ab einer Feuchtkugeltemperatur von höchstens -5°C.

 

WAS DIE FEUCHTKUGELTEMPERATUR IST, VERSTEHT MAN MIT DEM VIDEO EIN BISSCHEN BESSER.

Komplette Erstbeschneiung
in rund 5 Tagen

Das ganze Beschneiungssystem am Betelberg ist so ausgelegt, dass das Skigebiet in ca. 5 Tagen komplett eingeschneit werden kann. Vorausgesetzt, die Temperaturen spielen mit.

Im Speichersee sind rund 90’000 m³ Wasser gespeichert. Das ist die Menge, die für die erste Beschneiung, die Grundbeschneiung, notwendig ist. Je nach dem, wie das Wetter mitspielt, wird der See auch durch den Winter noch einmal gefüllt, damit weiter beschneit werden kann.

Damit das alles funktioniert, sind einige Kilometer neue Leitungen und verschiedene Pumpstationen neu gebaut worden. Das Wasser wird dabei durch die gleichen Leitungen hochgepumpt, durch die es dann auch für die Beschneiung wieder hinunterfliesst.

Der Speichersee und das neue Leitungsnetz erlauben jetzt, fast das gesamte Skigebiet mit technischem Schnee zu präparieren. Trotz allem ist man aber noch auf die Natur angewiesen. Auch wenn man sich viel Wasser aus der Simme ausleiht, muss es erst mal kalt genug werden, damit aus dem Wasser auch Schnee werden kann.

Kälteperioden besser nutzen

Der grösste Vorteil der neuen Anlage ist einfach, dass die Kälteperioden, die vor Weihnachten meist noch kurz sind, viel besser genutzt werden können. So kann in wenigen Tagen die Grundlage für eine erfolgreiche Saison gelegt werden. So sollte es jetzt eigentlich immer möglich sein, den beliebten Familien- und Genuss-Skifahrer-Berg, bereits vor Weihnachten komplett öffnen zu können.